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Das kleine Twitter-Einmaleins

Bei Twitter ist die Zeichenanzahl auf 280 pro Meldung beschränkt. Dennoch hat dieser Microblogging-Dienst für die PR großes Potenzial:

» Twitter dient dazu, Ihr Netzwerk zu erweitern. Nutzen Sie hierzu die Suchfunktion, um Twitterprofile aus für Sie relevanten Branchen zu finden.

» Nutzen Sie Twitter, um sich als Experte zu positionieren, indem Sie relevante Infos aus Ihrer Branche über diesen Dienst verbreiten.

» Nutzen Sie Twitter als Monitoring-Instrument. Folgen Sie den für Ihre Branchen wichtigen Meinungsbildnern. So erfahren Sie frühzeitig, welche Themen diskutiert werden. Das bedeutet für Sie: Sie können ein Thema frühzeitig aufgreifen, sich hierzu entsprechend positionieren. Sie erfahren rechtzeitig, wenn Sie betreffende Themen kritisch diskutiert werden und erkennen früh, wo sich eine Krise zusammenbraut.

» Twitter ist ein Instrument zur kostengünstigen Marktforschung. Verfolgen Sie die Diskussionen und Postings, um zu erfahren, was Ihre Bezugsgruppen beschäftigt und interessiert. Oder nutzen Sie Twitter aktiv, indem Sie Fragen stellen.

» Twitter dient dazu, schnell und prägnant zu informieren, die Reichweite durch die virale Verbreitung zu erhöhen und die Follower an Geschehnissen in Echtzeit teilhaben zu lassen, beispielsweise bei einer Veranstaltung.

» Über Twitter können Sie auf Content hinweisen, der auf anderen Plattformen zu finden ist. Das ist eine der Hauptfunktionen des Dienstes. Wählen Sie strategisch Themen wie Brancheninfos, um sich so zu positionieren. Arbeiten Sie mit prägnanten, aussagestarken Begriffen und #Hashtags.

Wenn Sie wertvollen Content zu bieten haben, werden die Follower das durch Retweets oder die „Gefällt mir“- Kennzeichnung zum Ausdruck bringen.

» Twitter kann auch zur Verbesserung des Kundenservice genutzt werden: Kunden können über diesen Kanal Fragen stellen, die dann aber auch zeitnah beantwortet werden.

» Durch die Schnelligkeit und Reichweite ist Twitter auch ein wichtiges Instrument der Krisenkommunikation.

Extratipp

Die Kommunikation im Krisenfall – beispielsweise über Twitter – hat den Vorteil, dass Sie unabhängig von Ihrer eigenen Website sind.

Twitter effizient nutzen

Nutzen Sie in Ihren Tweets aussagekräftige Begriffe. Verzichten Sie auf Füllwörter. Machen Sie Ihre Tweets durch Verben lebendiger. Da die Zahl der Zeichen bei Twitter eng begrenzt ist, nutzen Sie Twitter in der Regel, um auf andere Plattformen zu verlinken. Nutzen Sie URL-Shortener wie bitly.com, goo.gl oder tinyurl.com, damit der Link nicht zu viele Zeichen einnimmt und Ihnen mehr Zeichen für Ihren Text bleiben. Schöpfen Sie die Zeichenzahl nicht komplett aus. Dann haben Follower, die Ihren Tweet retweeten wollen, die Möglichkeit, noch einen Kommentar zu ergänzen.

Retweets

Bei der Retweet-Fuktion von Twitter wird die Meldung eines Users von einem anderen nochmals getwittert und damit auch an dessen Follower weitergegeben. Über Retweets erzielen Ihre Tweets also Aufmerksamkeit auch bei Personen, die sonst nicht zu Ihren Followern gehören, da Ihr Tweet im Stream desjenigen erscheint, der retweetet.

Nutzen auch Sie die Möglichkeit und retweeten Sie interessante Tweets derjenigen, denen Sie folgen. Je mehr man selbst retweetet, umso öfter revanchieren sich die Follower.

Wenn Sie einen besonders wichtigen Tweet posten, wie den Aufruf zu einer Spendenaktion oder einen Rückruf bei schadhaften Produkten, dürfen Sie explizit um Retweets bitten. Schreiben Sie dazu einfach „Please RT“ oder nur „RT“ in Ihren Tweet. Die meisten Follower kommen der Bitte nach – und Ihr Tweet verbreitet sich schnell im Microblogging-Netzwerk.

Like und Reply

Finden Sie einen Tweet gut, können Sie ihn, wie bei Facebook, liken. Diese Funktion sollten Sie vor allem bei Tweets nutzen, die Sie zwar gut finden, die aber nicht in Ihre Twitter-Strategie passen und die Sie deshalb nicht retweeten. Den Like-Button können Sie auch anklicken, wenn Sie sich bedanken möchten – für eine Erwähnung oder einen Retweet. Wollen Sie in eine Diskussion einsteigen, nutzen Sie hierfür die Reply-Funktion. Nennen Sie in diesem Fall aber das Thema, da der Ursprungstweet nicht mehr sichtbar ist.

(Direkt-)Nachricht

Sie können bei Twitter steuern, wer Tweets lesen kann. Hierzu nutzen Sie das @-Zeichen und ergänzen den Twitternamen des Adressaten, z. B. @SteinbachPR. Steht dieser @Name am Anfang des Tweets, können nur diejenigen den Tweet sehen, die Ihnen und dem Angeschriebenen folgen. Steht @Twittername in der Mitte des Tweets, können alle Ihre Follower und alle Follower des Angeschriebenen den Tweet sehen. Wollen Sie einer Person eine persönliche Nachricht schreiben, ist dies über die Funktion „Direktnachricht“ möglich.

Frequenz

Wenn Ihr Unternehmen interessante Inhalte hat, können Sie ruhig drei oder vier Mal am Tag etwas auf Twitter posten. Besonders relevante Postings dürfen Sie zeitversetzt nochmals veröffentlichen, denn Ihr Tweet kann im Stream Ihrer Folllower schnell durch neue Tweets aus dem Blickfeld verdrängt werden. Indem Sie ihn nochmals posten, erhöhen Sie die Chance, dass Ihre Follower Ihren Tweet sehen.

Wenn Sie Ihren Twitter-Account strategisch einsetzen und regelmäßig nutzen, sollten Sie ihn aktiv promoten, beispielweise über Ihre E-Mail-Signatur oder auf Ihrer Website. Ist Twitter ein wichtiger Kommunikationskanal, können Sie den Account sogar auf der Visitenkarte benennen.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch „Crashkurs Public Relations. In 9 Schritten zum Kommunikationsprofi“ von Marion Steinbach, erschienen im Herbert von Halem Verlag, Köln 2019.

Titelillustration: Esther Schaarhüls

Das Magazin Fachjournalist ist eine Publikation des Deutschen Fachjournalisten-Verbands (DFJV).

Die Autorin Dr. Marion Steinbach, Inhaberin der PR-Agentur SteinbachPR, hat als PR-Verantwortliche die Pressestelle von Unternehmen, Organisationen und Verbänden geleitet und betreut als freie PR-Beraterin die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Als Chefredakteurin der PRPraxis, eines zweiwöchentlich erscheinenden Informationsdienstes für PR-Profis, gibt sie ihre langjährige Erfahrung praxisnah und umsetzbar weiter. Außerdem bietet sie PR-Seminare und Workshops zu Themen rund um die Unternehmenskommunikation an. 

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