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Serienkritik zu „The Morning Show“: Die Macht am Morgen

The Morning Show befasst sich gegenwartsnah und deutungsreich mit dem, was hinter der heilen Fassade amerikanischer Frühstückssendungen abläuft. „Wer ist gestorben?“ wird Chip Black (Mark Duplass), Produzent der Morgensendung „The Morning Show“ (kurz: „TMS“) gefragt, als er versucht, das Moderationsteam der Sendung in der Früh telefonisch wachzuklingeln. Früh heißt in diesem Fall: vor 3:30 Uhr, […]

Moritz Hürtgens „Der Boulevard des Schreckens“: von der aberwitzigen Recherchereise eines skrupellosen Jungjournalisten

Was ist man bereit, für die eigene Karriere zu riskieren? Diese und andere Fragen stellt sich Martin Kreutzer, angehender Journalist einer Berliner Tageszeitung, im Laufe einer stets irrwitziger werdenden Geschichte, die sich um Vorurteile, Fakten und Fiktion dreht. Ein Romandebüt, das sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Von der großen Geschichte oder dem Sensationsinterview träumen […]

Serienkritik zu „Tokyo Vice“: Enthüllungen eines Außenseiters

Die erste Staffel der Journalismus-Serie „Tokyo Vice“ bietet Hochspannung in kühler Ästhetik, aber keine unanfechtbare Authentizität hinsichtlich ihrer Thematik. Es ist ein temporeiches, von treibenden Beats unterlegtes Leben, das der junge US-Amerikaner Jake Adelstein (Ansel Elgort) 1999 in seiner Wahlheimat Tokio führt: Im dichten Gedränge der bevölkerungsreichen Metropole hetzt er von seinem Job als Englischlehrer […]

Serienkritik zu „L’Ora – Worte gegen Waffen“: Mit Blei gegen Blei

Die italienische Serie „L’Ora“ setzt den mutigen investigativen Recherchen der gleichnamigen sizilianischen Tageszeitung ein etwas unterkomplexes, aber unterhaltsames Denkmal. Angesengte Zeitungsseiten schweben durch ein verwüstetes Redaktionsbüro, die Kamera blickt eine Treppenbrüstung hinab in ein Flammeninferno: Das Ende der Einstiegsszene der italienischen Serie „L’Ora – Worte gegen Waffen“ kündet von den desaströsen Folgen eines beherzt-investigativen Zeitungsjournalismus. […]

Filmkritik zu „Red Privada“: Ein Journalistenmord als Zäsur

Aufwendig recherchiert und in origineller visueller Gestaltung befasst sich die Netflix-Doku „Red Privada“ mit der unerwartet aktuellen Frage, wer den mexikanischen Journalisten Manuel Buendía 1984 tatsächlich ermordet hat. Der gewaltsame Tod des mexikanischen Kolumnisten Manuel Buendía, der am 30. Mai 1984 in Mexiko-Stadt erschossen wurde, war gewiss nicht der erste Journalistenmord in der bewegten Geschichte […]

Joseph Roth und Tom Wolfe – von Grenzgängern zu „Autorenmarken“: Rezension zu „Literarische Journalisten – Journalistische Literaten“ von Fanny Opitz

Die Grenzen zwischen Literatur und Journalismus sind fließend – dies wird am beispielhaften Vergleich des Schaffens zweier Grenzgänger deutlich. Was den Romancier und Feuilletonisten Joseph Roth (1894 – 1939) und den US-amerikanischen „New Journalist“ und späten Romanautor Tom Wolfe (1930 – 2018) verbindet, beantwortet die Literaturwissenschaftlerin Fanny Opitz in dieser komparatistischen Monografie. Was macht einen Vergleich der beiden Autoren, […]

Filmkritik zu „The French Dispatch“: Aus Nostalgie zur Narration

Wes Anderson huldigt mit „The French Dispatch“ den goldenen Zeiten des Wochenmagazins The New Yorker und einem Journalismus, der ihn kreativ prägte. „Lassen Sie es so wirken, als hätten Sie es bewusst so geschrieben.“ Diese stilistische Anweisung erteilt Arthur Howitzer Jr. (Bill Murray) seinen MitarbeiterInnen im Verlauf von „The French Dispatch“ mehrfach, stets mit väterlich […]

Christian Lorenz Müllers „Unerhörte Nachrichten“: Wenn ein Lokalblatt Welt-News generiert

Was passiert, wenn Geschehnisse vor der eigenen Haustür plötzlich zu Nachrichten werden, die die Welt bewegen? In einer österreichischen Stadt nahe der deutschen Grenze finden sich immer mehr geflüchtete Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten ein, was menschliche und berufliche Herausforderungen für den Leiter eines Regionalblatts mit sich bringt. Ingo Prähausner ist Redakteur und Inhaber des […]

Ilija Trojanows „Doppelte Spur“: Ein literarischer Bericht über das Dickicht der Macht

Der Whistleblower-Roman zeigt korrupte Machenschaften in einem politischen und wirtschaftlichen Netzwerk auf, in deren Zentrum die Präsidenten Russlands und der USA stehen, und bewegt sich dabei nah an der Realität. Der investigative Journalist Ilija wird am 12. Oktober 2018 in kurzem Abstand per E-Mail von zwei Whistleblowern kontaktiert. Die eine Mittelsperson ist augenscheinlich Mitarbeiterin des […]