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„PR ist wirkungsmächtig im Umweltjournalismus“

Er ist einer der führenden Umweltjournalisten Deutschlands und Bestsellerautor. Im Interview mit dem Fachjournalist übt Axel Bojanowski Kritik an der Arbeitsweise mancher Kollegen, sagt, was in seinem Ressort besser laufen müsste, und gibt Nachwuchsjournalisten Ratschläge. 

Inwiefern sind Sie Greta Thunberg dankbar?

Ich habe großen Respekt vor ihr, weil ich glaube, dass sie wahrhaftig und aufrichtig ist. Sie hat sich nicht opportunistisch ins Rampenlicht gestellt, sondern selbst eine Bewegung ausgelöst. Sie ist eine wichtige Figur außerhalb der Wissenschaft, die zu Recht darauf hinweist, dass der Klimawandel ein riskantes Experiment mit der Erde ist. Sie vertritt ihr Anliegen glaubwürdig; ich finde ihr Engagement bewundernswert.

Inwiefern leben Sie nachhaltig? 

Mir liegen solche Läuterungsaussagen nicht, Bekenntnisse wiegen nichts. Ich möchte nicht betonen müssen, dass ich nachhaltig lebe, und weiß auch nicht, wie gut ich darin bin. Obwohl: Vielleicht sollte ich als Umweltjournalist ja wenigstens verraten, dass mein „ökologischer Fußabdruck“ mal als recht klein berechnet wurde, wohl weil ich wenig Auto fahre oder so. Aber erstens ist das schon eine Weile her und zweitens finde ich solche Rechnungen eh nicht fair – zum Beispiel weil Leute, die sich keine Stadtwohnung leisten können, mehr Autofahren müssen, um in die Stadt zur Arbeit zu fahren.

Man sollte eh unterscheiden zwischen Klimaschutz und Umweltschutz: Zum Umweltschutz kann jeder wirkungsvoll beitragen; jede nicht weggeschmissene Plastiktüte ist eine konkrete Hilfe, jeder gepflanzte Baum ebenso. Klimaschutz ist großskaliger, die Wirkung Einzelner ist vernachlässigbar, weil Treibhausgase eben erst in riesiger Menge die Temperatur verändern, während selbst kleine Mengen Plastikmüll Tiere vor Ort schädigen können.

Beim Klimaschutz aber bleiben selbst Aktionen ganzer Länder wirkungslos, wenn sie allein handeln: Würden alle Deutschen Vegetarier, änderte das die globale Temperatur nicht messbar. Dem Klimaproblem ist lokal nicht zu begegnen. Es hilft erst recht nicht, den Klimawandel als politische Dekoration zu verkitschen, etwa indem in Berlin – wie gerade geschehen – eine Klimastraße eingeweiht wird. In Deutschland ist Naturromantik kulturell tief verankert, was eine pragmatische Debatte zusätzlich erschwert.

Es geht darum, die Energieversorgung global umzustellen, um weniger Treibgas zu erzeugen, aber gleichzeitig global mehr Energie zur Verfügung zu stellen, beispielsweise, um 800 Millionen hungernde Menschen besser mit Nahrung zu versorgen und armen Ländern Wohlstand zu ermöglichen. Nur die Welt gemeinsam kann den Klimawandel bremsen.

Sie sind seit 23 Jahren Wissenschaftsjournalist, haben sich mit Ihren Spezialthemen Klima, Umwelt, Geoforschung und Meereskunde einen Namen gemacht. Wer eignet sich als Umweltjournalist?

Prinzipiell jede gute Journalistin, jeder gute Journalist. Es geht um professionelle Recherche, ums Handwerk. Expertise ist nicht unbedingt nötig; die besten Texte kommen mitunter von Kollegen, die Abstand zur Materie haben. Je tiefer man in einem Thema drinsteckt, desto detailversessener wird man. Manchmal denke ich, es wäre einfacher, wenn ich keine klimatologische Vorbildung hätte. Man eckt mit wissenschaftlicher Argumentation oft an im Journalismus, wo eben die großen Erzählungen den Ton angeben.

Andererseits kann Abstand zur Naturwissenschaft meiner Beobachtung nach zu übermäßiger Ehrfurcht vor Wissenschaftlern führen, was sich beispielsweise in unterwürfigen Interviews und kritikloser Übernahme von Thesen widerspiegelt. Die Forscher mit den attraktivsten Thesen und dem forschesten Auftreten kommen in die Medien. Forscher, die sich auf diese Weise inszenieren, übertönen diejenigen, die differenziert an die Sache herangehen – und lassen die Sorgsamen schlimmstenfalls verstummen.

Bei Umweltthemen kommt hinzu, dass sie Aktivisten anziehen. Viele Journalistenkollegen betonen, dass sie mit ihren Beiträgen zum Umweltschutz animieren wollen. Das halte ich für problematisch, weil unpassende Ergebnisse ignoriert zu werden drohen. Außerdem schürt sogenannter Advokatenjournalismus, der politische Ziele verfolgt, erwiesenermaßen Misstrauen bei Mediennutzern und führt zur Abstumpfung. Leider pflegen mächtige Umweltorganisationen große Nähe zu Journalisten, sind häufig wichtige Informanten. Man muss sich bewusst machen: Die NGOs vertreten ihre legitimen Interessen, jedoch nicht die Forschung. Wissenschaft steht quer zu allen kulturellen und politischen Lagern, wird aber in die Zange genommen von politischen Erwartungen und von Lobbykampagnen. Die oft beschworenen Skeptiker des Klimawandels mit Nähe zur Erdölindustrie oder zur Kohlebranche hingegen kommen laut Studien in deutschen Medien schon lange kaum noch vor. Ihre Lobbyisten haben aber weiterhin Einfluss auf Politiker.

Was sollte Ziel des Umweltjournalismus sein?

Wir sollten über wissenschaftliche Ergebnisse aus der Umwelt- und Klimaforschung so berichten, dass es jeder versteht, und die Themen möglichst abständig einordnen und nicht auf politischen Nutzen schielen.

Doch selbst fehlerfreie Texte können mit sogenannten „Faktenchecks“ diskreditiert werden; ich habe es selbst erlebt. „Faktenchecks“ dienen häufig als politisches Instrument, um mit vorgeblicher wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit Kritiker aus dem Weg zu räumen.

Eigentlich sind es höchst selten Fehler, die Protest hervorrufen, sondern politisch unbequeme Berichte.

Inwiefern das?

Schreibt man beispielsweise, die Inseln in der Südsee versinken im Meer, dann braucht man keine Proteste zu fürchten, obwohl die Aussage so nicht korrekt ist. Wenn man aber faktisch richtig schreibt, dass der Meeresspiegel der Südseeinsel Kiribati seit 30 Jahren nicht gestiegen ist und die Inselgruppe mit dem Meeresspiegel mitgewachsen ist, dann wird zumindest misstrauisch nachgehakt. Meist folgen Vorwürfe, man wollte den Klimawandel verharmlosen. Es kann gut sein, dass die Inseln irgendwann untergehen, aber im Moment ist der Meeresspiegel eben konstant. Eigentlich ist ja gerade das faszinierend; man müsste doch eigentlich neugierig fragen: Was passiert da geologisch?

Als ich nach meinem Studium der Geoforschung mit Schwerpunkt Klima als Freiberufler angefangen habe, dachte ich naiverweise, man sollte als Journalist streng und verständlich den Stand der Forschung aufschreiben und die in der Wissenschaft und im Journalismus üblichen kritischen Fragen stellen. Ich glaubte, Wissenschaftsjournalismus wäre von Natur aus kritisch, auch weil die Wissenschaft selbst ihre Ergebnisse permanent korrigiert und hinterfragt. Der Öffentlichkeit aber werden wissenschaftliche Ergebnisse meist positivistisch vermittelt, so, als ob Klarheit herrschte. Das ist auch in gewisser Weise verständlich, weil Zweifel auf den ersten Blick keinen attraktiven Neuigkeitswert zu haben scheinen. Sicherheit gibt es aber gerade bei einem komplexen, multikausalen Thema wie Klimaforschung kaum.

Das Prinzip wurde deutlich während der Corona-Pandemie. Der Virologe Christian Drosten hatte von Anfang an die erheblichen Unsicherheiten der Erkenntnisse betont und stets transparent gemacht, auf welchem Stand die Forschung gerade ist, auf welchen Studien seine Argumente beruhen. Es war vorbildliche, aufrichtige Wissenschaftskommunikation. Dennoch haben es ihm manche übel genommen, wenn er sich korrigiert hat. Das war natürlich grotesk, denn Drosten hat eben auf neue Erkenntnisse reagiert, so funktioniert Wissenschaft.

Ich hege aber die Hoffnung, dass Medien und Gesellschaft aus der Corona-Krise gelernt haben – insofern, dass die Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse ohne ihre Unsicherheiten falsch ist.

Sie geben Seminare zur Recherche, für Volontäre. Was ist bei diesem Thema zu beachten?

Die beste Frage kam auf einem meiner Vorträge für Kinder von einer Sechsjährigen: „Woher wissen Sie das?“, fragte sie. Vorbildlich. Auf Pressekonferenzen zur Klimaforschung hört man diese Frage selten. Sobald es dort hieße: „Ausgefeilte Computermodelle haben errechnet, dass …“, müsste eigentlich das Mädchen einspringen.

Ich sage den Volontären, sie sollen nicht einfach hinnehmen, was Wissenschaftler sagen, immer nachfragen, wo Grenzen der Erkenntnisse liegen. Aber die meisten Medienberichte oder Pressekonferenzen von Forschungsinstituten verheimlichen, dass man vieles einfach nicht weiß. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, werden Ergebnisse so kommuniziert, als habe man etwas genau herausgefunden – überschriftengerecht, gewissermaßen. PR ist sehr wirkungsmächtig im Umweltjournalismus. Hinzu kommt, dass jene Ergebnisse aus der Wissenschaft nur schwer ein Echo finden, die beliebten Großerzählungen der Medien zu widersprechen scheinen.

Was ich den Nachwuchsjournalisten auch empfehle, ist breitere Quellenbefragung. Ein Problem des Journalismus ist die Indexierung: Es werden häufig dieselben Quellen herangezogen. Wer einmal in den Medien aufgetaucht ist, wird immer wieder angesprochen. Im öffentlichen Diskurs werden dadurch andere Meinungen vernachlässigt, was zu tendenziösen Berichten führt.

Was erschwert Ihr Business? Welchen Schwierigkeiten sieht sich der Umweltjournalismus gegenüber?

Die Politisierung und Ideologisierung des Themas ist das größte Problem. Mittlerweile finde ich das Nachdenken über die Rezeption von Umweltforschung ebenso faszinierend wie die Umweltforschung selbst. Ich musste erst lernen, dass die wissenschaftliche Debatte auf der einen und die politische und mediale Debatte auf der anderen Seite zwei unterschiedliche Welten sind, die wenig voneinander erfahren. Das Interesse an Umweltforschung im Journalismus ist häufig nicht von Neugierde getrieben, sondern politisch konnotiert.

Als ich anfing, über Klimaforschung zu schreiben, habe ich versucht, meine persönliche Neugier für das Thema zu verbinden mit dem journalistischen Prinzip der kritischen Recherche. Das läuft darauf hinaus, dass man die Debatte hinterfragt – doch das wird gerne als „Klimaskeptikertum“ gebrandmarkt. Das hat mich sehr enttäuscht, ich kannte ja die Klimaforschung aus erster Hand. Mit jenen politisch motivierten Skeptikern des Klimawandels aus dem rechten Spektrum, die wissenschaftliche Erkenntnisse ideologisch anzweifeln, hatte ich nie etwas zu tun. In der KIimadebatte aber werden alle in Gut und Böse eingeteilt. Auch Journalisten sortieren gerne in Schubladen, das dient der Komplexitätsreduktion des Klimathemas.

Ich versuche, die Wissenschaft zu verstehen und richtig darzustellen. Und das ist eben damit verbunden, dass man viel über Unsicherheiten schreiben muss, die alle Bereiche des Klimathemas durchziehen. Wenn man etwa behauptet, dass es häufiger Dürren gibt, muss man genau sagen, wie man darauf kommt und wie das passiert sein soll.

Was für Unsicherheiten meinen Sie?

Das fängt an mit dem zugrunde liegenden Treibhauseffekt. Kohlendioxid, das auch menschengemachte Treibhausgas, erwärmt die Luft durch Rückstrahlung. Das ist physikalisch gut erforscht. Aber in jedem UN-Klimareport gibt es eine riesige Abhandlung darüber, wie der CO2-Treibhauseffekt durch Wasserdampf verstärkt werden könnte. Es ist eine entscheidende Frage, die aber sehr ungenau beantwortet ist, sodass das Ausmaß der menschengemachten Erwärmung unklar bleibt. Es ist eine große Frage, und je spezieller die Fragen werden, desto schwieriger lassen sie sich beantworten. Klimaszenarien für einzelne Orte etwa sind bislang nicht möglich. Auch die Entwicklung von Extremwetterlagen ist schwierig zu prognostizieren – entgegen all den vielen anderslautenden Berichten.

Man kann sagen: Es wird wärmer, das Eis schmilzt, der Meeresspiegel steigt. Aber dann hört es eigentlich schon auf mit der Sicherheit. Wie schnell und wie hoch wird der Meeresspiegel ansteigen? Vollkommen ungewiss. Deichbauer sind deshalb dazu übergegangen, Deiche so zu konstruieren, dass sie einen überbreiten Fuß haben, auf den jederzeit aufgestockt werden kann. Dieses pragmatische Vorsorgeprinzip für den Klimawandel finde ich vorbildlich. Ignoriert man aber die Unsicherheiten zum Klimawandel, sagt man nicht die Wahrheit und erschwert die Vorbereitung auf den Klimawandel.

Was raten Sie Nachwuchsjournalisten?

Mein Rat an junge Journalisten ist immer zwiegespalten. Einerseits erlebt man weitaus weniger Gegenwind von allen Seiten, wenn man Recherchen innerhalb bewährter Narrative betreibt. Damit verschenkte man aber die Möglichkeit, die Welt in all ihren eigentlich interessanten Facetten kennenzulernen und darzustellen. Die Umwelt ist viel zu faszinierend, um ausgetretene Pfade zu beschreiten. Andererseits lohnt sich ein zweiter Blick: In der Umweltforschung wie in den gesamten Naturwissenschaften ist es so, dass das Überraschende oft das Normale ist.

Wissenschaftlicher Fortschritt bedeutet nicht Entzauberung der Welt, im Gegenteil: Die moderne Physik etwa hat die Welt noch geheimnisvoller gemacht. Und Leser von Klimanachrichten dürfte überraschen, dass es global seit Jahrzehnten weniger Waldbrände gibt und immer weniger Opfer von Wetterkatastrophen. Es ist oft anders, als man denkt – das ist eine der wesentlichsten Erkenntnisse meines Berufslebens. Man muss offen sein für neue Erkenntnisse, sonst wird man von der Wirklichkeit kalt erwischt.

Kurz gesagt: Als Wissenschaftsjournalist sollte man zur Wissenschaft Distanz haben, um kritisch berichten zu können, aber gleichwohl Nähe bewahren, um zu wissen, was der Stand ist. Und man sollte auch zum Journalismus kritische Distanz haben, weil man sonst einzustimmen droht in eingefahrene, kaum hinterfragte Großerzählungen.

Sie halten Vorträge zum Thema „Die größten Rätsel der Klimaforschung“ oder „Die größten Rätsel der Erde“. Auf welchen Themen beruht Ihre Faszination für den Umweltjournalismus?

Die Welt ist geheimnisvoller, als man denkt. Das war mein Antrieb, warum ich Umweltjournalist geworden bin. Grundsätzlich finde ich es faszinierend, dass in der Natur alles mit allem zusammenhängt und jeder Gang nach draußen Entdeckungen ermöglichen kann.

Als neulich ein Junge an der Westküste Irlands eine Flaschenpost fand, die einen Brief eines anderen Jungen aus Florida enthielt, der im Rahmen eines Schulprojekts auch noch nachweislich datiert worden war, widerlegte die Flasche aufwendige Computersimulationen von Meeresforschern zu Ozeanströmungen – Wissenschaft nimmt auf Vorurteile keine Rücksicht, auch nicht auf die von Supercomputern: „Science doesn’t really care about your beliefs.“

Das ist es übrigens, was mir am Klimawandel am meisten Sorgen bereitet: das Unbekannte. Löst die globale Erwärmung Kaskadeneffekte aus? Niemand weiß es.

Ihre Prognose für die Zukunft Ihres Ressorts?

Der Bedarf an Umweltjournalisten wird sicher nicht kleiner, der Klimawandel hat ja gerade erst begonnen.

Titelillustration: Esther Schaarhüls

Das Magazin Fachjournalist ist eine Publikation des Deutschen Fachjournalisten-Verbands (DFJV).

Fotocredit: privat

Axel Bojanowski, 49, ist Chefreporter Wissen bei WELT (Die Welt, Welt am Sonntag, Welt Digital). Der Diplom-Geologe (Diplom über Klimaforschung) ist seit 1997 Wissenschaftsjournalist mit dem Schwerpunkt Klimaforschung. Er hat sich besonders mit seinen Spezialthemen Klima, Umwelt, Geoforschung und Meereskunde profiliert; seit Langem begleitet er auch die Klimapolitik, insbesondere die UN-Klimakonferenz. Angefangen hat er als freier Autor für diverse Medien in Deutschland, Österreich, Großbritannien und der Schweiz. Beim Wissenschaftsmagazin Nature Geoscience gründete er 2011 die Kolumne „In The Press“ über die Rezeption von Wissenschaft in Massenmedien. Er arbeitete beim Stern und bei der Süddeutschen Zeitung, war von 2010 bis 2019 Redakteur in der Wissenschaftsredaktion von Spiegel Online. Zuletzt war er Chefredakteur bei bild der wissenschaft und natur. Er ist Autor der populärwissenschaftlichen Bücher „Nach zwei Tagen Regen folgt Montag“, „Die Erde hat ein Leck“ und „Wetter macht Liebe“. Als Dozent für Journalismus lehrt er unter anderem an der Akademie für Publizistik. http://axelbojanowski.de/

 

Kommentare
  1. Mara sagt:

    Bojanowski fällt schon lange positiv auf, weil er sich fachlich auskennt und er dem politischen Druck anscheinend standhalten kann, dem gerade Fachjournalisten ausgesetzt sind, die versuchen, fachlich korrekt über politisch brisante Wissenschaftsthemen zu berichten. Danke für das interessante Gespräch!

  2. Michael sagt:

    Mehr solche aufgeschlossenen, kritischen Journalisten wären nötig, um fachlich fundierte Debatten zu ermöglichen. Es stimmt, daß ein paar Platzhirsche aus der Wissenschaft die Medien beherrschen (siehe Kernkraft, Klima, Agrar, Chemie, selbst Astronomie und Medizin), und eine kritische Auseinandersetzung mit deren Thesen findet selten statt. Das ist keine Debatte, sondern Nachbeten. In der Wissenschaft werden ganz andere Debatten geführt als extern, ich stimme vollkommen zu. Daß sich ein Technologiestandort wie Deutschland Fachjournalismus leisten kann, der selten kritische Debatten anstößt, macht mich nachdenklich. Gutes Interview aber, mehr davon.

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